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Vidar Gin im Test: Was hinter dem Doppelwacholder-Gin aus Bayern steckt

Vidar Gin im Test: Was hinter dem Doppelwacholder-Gin aus Bayern steckt

Wer nach Vidar Gin sucht, landet meistens direkt im Shop – aber kaum jemand erklärt, was diesen Gin eigentlich von den unzähligen anderen bayerischen Wacholder-Gins unterscheidet. Genau das holen wir hier nach: warum der Name Vidar kein Marketing-Zufall ist, wie der Doppelwacholder tatsächlich schmeckt, und was es mit der Runenschrift auf dem Rückenetikett auf sich hat.

Wir sind premium by S. Kister, und Vidar ist einer unserer Gins aus der "Nordic Naturals"-Serie – deshalb kennen wir jedes Detail dieser Flasche aus erster Hand.

Warum Vidar? Der Name ist Programm, nicht Deko

Vidar ist in der nordischen Mythologie der schweigsame Gott – bekannt für Standhaftigkeit, Naturverbundenheit und eine Stärke, die sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Beständigkeit zeigt. Genau dieses Prinzip steckt in der Flasche: kein Gin, der mit einer langen Botanicals-Liste beeindrucken will, sondern einer, der sich bewusst auf das Wesentliche konzentriert.

Das ist auch der Grund, warum Vidar in unserer Range anders positioniert ist als etwa ein fruchtig-verspielter Gin: Er ist für Leute gemacht, die genau wissen, was sie von einem Gin erwarten – nämlich Wacholder, und zwar richtig.

Geschmacksprofil: Was "Doppelwacholder" tatsächlich bedeutet

Die meisten Gins verwenden Wacholder als eine von vielen Botanicals unter mehreren – bei Vidar ist die Wacholdernote bewusst verdoppelt, sodass sie das Aroma von Anfang bis Ende trägt, statt nur die Basis zu bilden.

Schon beim ersten Öffnen der Flasche zeigt sich das: ein kräftiger, erdiger Duft, der an einen Spaziergang durch einen frisch beregneten Nadelwald erinnert. Am Gaumen bleibt Vidar konsequent trocken und direkt – keine floralen Ablenkungen, nur eine feine Unterstützung durch wilde Kräuter und einen dezenten Zitrusanklang im Hintergrund. Die Textur ist überraschend weich, fast seidig, mit einem leicht pfeffrigen Abgang, der den Gin auch pur oder auf Eis interessant macht.

Wer schon mal einen Gin probiert hat, bei dem der Wacholder im Geschmack fast verschwindet (bei vielen bekannten Marken durchaus Absicht), merkt bei Vidar sofort den Unterschied: Hier ist der Wacholder nicht Beiwerk, sondern der eigentliche Star.

Handwerk statt Massenware: Bio-zertifiziert, kleine Chargen

Vidar wird aus bio-zertifizierten Rohstoffen hergestellt, ganz ohne künstliche Aromen, Farbstoffe oder Zuckerzusätze. Jeder Produktionsschritt – vom Mazerieren der Wacholderbeeren bis zur eigentlichen Destillation – läuft in kleinen Chargen, hergestellt im Herzen Bayerns und Baden-Württembergs.

Das merkt man auch preislich: Mit 34,90 € für 0,5 Liter bewegt sich Vidar im mittleren Premium-Segment – teurer als Supermarkt-Gin, aber deutlich günstiger als viele Craft-Gins aus reiner Marketinginszenierung, ohne dabei bei Qualität oder Bio-Zertifizierung Kompromisse zu machen.

Das Detail, das kaum ein anderer Gin hat: Die Runendichtung

Auf dem Rückenetikett steht ein Gedicht in Altem Futhark – der Runenschrift aus dem germanischen Raum nördlich der Donau, wie sie um das 2. Jahrhundert nach Christus verwendet wurde. Es ist eine eigens verfasste, moderne Runendichtung über Vidar als schweigsamen Hüter, der "in seinem Schweigen" Wahrheit und Heilung trägt.

Das ist kein Standard-Feature bei Gin-Etiketten – die meisten Flaschen erzählen entweder gar keine Geschichte oder beschränken sich auf ein paar Marketing-Zeilen. Bei Vidar steckt tatsächlich Handwerk auch im Storytelling: Wer das Etikett entziffert (oder einfach die deutsche Übersetzung daneben liest), bekommt ein kleines Gedicht über Naturverbundenheit, Beständigkeit und die Kraft der Stille – passend zur Persönlichkeit des Gins selbst.

Wie trinkt man Vidar am besten?

Trotz des fokussierten Aromaprofils ist Vidar an der Bar überraschend vielseitig:

  • Gin Tonic: Ein Dry Tonic oder Mediterranean Tonic lässt den Doppelwacholder klar durchkommen, ohne ihn zu überdecken – wer den Wacholder im Glas schmecken will, ist hier richtig.
  • Negroni: Die kräftige, erdige Basis von Vidar hält gegen Campari und Wermut gut stand, statt darin unterzugehen.
  • Martini: Für Puristen, die einen ehrlichen, direkten Gin ohne florale Verspieltheit im Glas wollen.
  • Gin Sour: Die leichte Pfeffrigkeit im Abgang macht sich hier besonders gut, in Kombination mit Zitrone und etwas Süße.

Wer experimentieren möchte: Eine Gurken-Infusion oder ein Zweig Rosmarin ergänzt Vidar, ohne seinen Charakter zu verwässern – anders als bei zurückhaltenderen Gins, bei denen solche Zusätze schnell die Oberhand gewinnen.

Auszeichnungen: Kein Zufallsprodukt

Vidar gehört zu einer Destillerie-Range, die seit 2019 mehr als 15 internationale Medaillen gesammelt hat – darunter Gold- und Doppelgold-Auszeichnungen sowie den Titel "Spirit of the Year 2025" und "Distillery of the Year 2025". Das sind keine Selbstverständlichkeiten in einem Markt, der von großen, gut finanzierten Marken dominiert wird – für eine kleine Manufaktur aus Bayern und Baden-Württemberg ein deutliches Qualitätssignal.

Häufig gestellte Fragen

Für wen ist Vidar Gin geeignet? Für alle, die einen klassischen, wacholderbetonten Gin ohne florale Verspieltheit suchen – ideal für Puristen, aber auch für Bartender, die eine kräftige, verlässliche Basis für Cocktails brauchen.

Ist Vidar Gin bio-zertifiziert? Ja, Vidar wird aus bio-zertifizierten Rohstoffen hergestellt, ohne künstliche Aromen, Farbstoffe oder Zuckerzusätze.

Was bedeutet "Doppelwacholder" bei Vidar Gin? Es bedeutet, dass der Wacholder nicht nur die Basis, sondern das durchgängig dominante Aroma des Gins bildet – von der Nase bis zum Abgang, statt nur ein Element unter vielen zu sein.

Wo wird Vidar Gin hergestellt? Vidar wird handgemacht im Herzen Bayerns und Baden-Württembergs, in kleinen Chargen produziert.

NB
Über den Autor
Nitin Bhaskar
Brennmeister

Gründete die Manufaktur mit einer einfachen Überzeugung: dass ehrliche Spirituosen Zeit, Herkunft und eine ruhige Hand brauchen.

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